IMPFEN oder NICHT IMPFEN? – UPDATE

Aktuell gibt es viel Verunsicherung zum Thema „Impfen gegen das Corona-Virus“. Im folgenden Beitrag, möchte ich wichtigen Fragen, rund um das Thema „Impfen“ mal auf den Grund gehen und für Sie sachlich beleuchten.

Update 20.01.2021

Faktenblätter „Impfen“ des RKI

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine tolle Übersicht rund um das Thema Impfen erstellt. Sehr Übersichtlich und natürlich auch ganz offiziel.

Warum gibt es so viele verschiedene Impfstoffe?

Die Vielzahl der Impfstoffe ist ein großer Glücksfall für die Weltgemeinschaft: Vor knapp einem Jahr begannen weltweit viele Wissenschaftler:innen und Medizin-Unternehmen mit der Erforschung eines Impfstoffs und stoppten dafür andere Forschungsprojekte. Keines dieser Forschungs- und Entwicklungsteams konnte damals sicher sein, dass ihr Impfstoff am Ende tatsächlich ausreichend wirksam und verträglich sein würde. Deswegen macht es Sinn, dass viele verschiedene Teams einen Impfstoff entwickelt haben und auch zum Beispiel die EU bei verschiedenen Herstellern Impfungen vorbestellt hat: Denn umso größer die Auswahl an Impfstoff-Kandidaten, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass darunter einige sind mit sehr guter Verträglichkeit und Wirksamkeit.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Impfstoffen, die aktuell bereits zugelassen sind bzw. aller Voraussicht nach bald zugelassen werden?

Die Impfstoffe unterscheiden sich etwas in ihrem Wirkmechanismus, ihren Lager-Bedingungen und ihrer Wirksamkeit. Grundsätzlich kann man sagen, dass der aktuell bereits zugelassene BioNTech-Impfstoff sehr wirksam ist, dafür aber auch bei sehr niedrigen Temperaturen bis -80°C gelagert werden muss, weitere Impfstoffe, die bald zugelassen werden, werden wahrscheinlich eine etwas geringere Wirksamkeit aufweisen, dafür aber teilweise deutlich weniger aufwendig sind, was z.B. ihre Lagerung betrifft. Gut verträglich sind bislang alle zugelassenen Impfstoffe.

Was wissen wir über die Langzeitfolgen der Covid-Impfstoffe?

Zur Ehrlichkeit gehört: Bislang wissen wir nicht sehr viel, denn naturgemäß konnten Impfstoffe, die erst letztes Jahr entwickelt wurden, noch nicht auf Jahre später theoretisch denkbare Nebenwirkungen überprüft werden und deswegen wissen wir im Moment auch noch nicht, wie lang der Impfschutz durch eine doppelte Impfung anhalten wird. Was aber sehr gut erforscht ist, das ist die kurzfristige Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfstoffe: Diese wird an vielen tausend Freiwilligen getestet, bevor sie zugelassen werden. Deswegen wissen wir beispielsweise, dass, wie bei vielen anderen Medikamenten auch, bei sehr wenigen Menschen sehr starke allergische Reaktionen auf die Impfung auftreten können und dass es die typischen kleinen Impf-Nebenwirkungen gibt, die wir auch von vielen anderen Impfungen kennen, beispielsweise kurzzeitige Schmerzen an der Einstichstelle. Wir sehen jetzt, dass die Impfbereitschaft wohl mit zunehmenden Alter auch ansteigt: Denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, durch eine Covid-Infektion sehr schwer zu erkranken, dagegen wiegen theoretisch denkbare Langzeit-Nebenwirkungen in der persönlichen Risiko-Nutzen-Abwägung weniger stark.

Warum ging das mit der Herstellung und Erforschung des Impfstoffes diesmal so schnell?

Ja, die aktuell verfügbaren Impfstoffe gegen Corona wurden schneller entwickelt als jemals zuvor. Woran liegt das?

  1. Noch nie war der weltweite Bedarf nach einer Impfung so groß und noch nie haben unzählige wissenschaftliche Forscherinnen, Forscher und Firmen gleichzeitig daran gearbeitet.
  2. Die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit weltweit, war noch nie so groß wie heute.
  3. Für die Erforschung und Entwicklung stand/steht sehr viel Geld bereit und viele andere Projekte wurden vorübergehend gestoppt.
  4. Es gab weltweit sehr viele Regionen, in denen viele Menschen das Risiko hatten, sich zu infizieren. Deswegen waren die notwendigen Studien schnell und mit vielen Menschen möglich, um so die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs zu testen.
  5. Die Zulassungsprüfungen in Europa wurden so konzipiert, dass die Prüfung der Studien nicht erst nach Ende der Studien erfolgte, sondern die Daten jeweils schon parallel an die Behörden zur Prüfung gegeben wurden. Auch das spart Zeit.

Anders als bspw. Großbritannien hat die EU keine Notfall-Zulassungsprüfung durchgeführt, sondern eine bedingte Zulassung. Deshalb hat es hier auch etwas länger mit der Zulassung gedauert.

Broschüre mit unzählichen FALSCHINFORMATIONEN. Aktuell in Zwickau im Umlauf

Hat man in so kurzer Zeit schon genügend Informationen zu möglichen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen?

Schwere Nebenwirkungen kann man durchaus auch in kurzen Beobachtungszeiträumen entdecken. So aktuell z.B. bei den verschiedenen Corona-Impfstoffen. In Großbritannien haben beispielsweise zwei Menschen mit einer starken allergischen Reaktion auf die Impfung reagiert. Bei ihnen waren starke Allergien bekannt und die allergischen Reaktionen konnte Mithilfe antiallergischer Medikamente schnell gestoppt werden.

Langzeitfolgen und sehr seltene Nebenwirkungen können aktuell noch nicht abschließend beurteilt werden, denn dafür muss man tatsächlich längere Beobachtungszeiträume einplanen. Das ist aber gerade für alte, bzw. sehr alte Menschen und für Menschen mit sehr hohem Infektionsrisiko, wie z.B. dem Personal in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, angesichts des sehr großen Nutzens der Impfung, für diese Menschen in einer Nutzen-Risiko-Abwägung als weniger relevant zu wichten.

Gerade Kinder und Jugendliche, für die Langzeitfolgen am relevantesten wären, sollen ja aktuell nicht prioritär geimpft werden.

Was sind mRNA-Impfstoffe und können die nicht unser Genmaterial verändern?

Es gibt verschiedene Formen von RNA: Das „m“ in mRNA steht für „messenger RNA“ bzw. auf deutsch „Boten-RNA“: In einer menschlichen Zelle kann diese mRNA NICHT in das Erbgut eingebaut werden, sie kann lediglich übersetzt werden in bestimmt Eiweiße: im Fall der mRNA-Corona-Impfstoffe werden einzelne, für sich nicht lebensfähige Eiweiße des Virus in den Zellen mittels mRNA gebaut und können dann vom Immunsystem des Körpers als fremd erkannt werden. Dies hat die Herstellung von Antikörpern zur Folge und bei einem späteren Kontakt mit dem Coronavirus, kann dieses als körperfremd erkannt und bekämpft werden.

Klassische Impfstoffe, die auch gegen Corona entwickelt werden, setzen dagegen darauf, beispielsweise eine abgeschwächte Form des Erregers zu impfen und so das Immunsystem zu schulen.

Die „überschießende Immunreaktion“ ist kein Begriff der Impfungen, sondern einer Coronainfektion. Eine Impfung soll genau verhindern, dass eine überschießende, durch eine Corona-Infektion bedingte Immunreaktion verhindert wird.

Was ist mit den angeblichen Auswirkungen auf die Plazenta?

Erstunken und erlogen! Inzwischen auch in unzähligen Beiträgen widerlegt.

Was ist mit den Beispielen der verstorbenen Katzen?

Dabei handelt es sich um ein nicht vergleichbares Beispiel. Sie sind an einer nicht wirksamen Impfung und anschließender Infektion mit einem Virus gestorben. Die Wirksamkeit der aktuellen Covid-Impfstoffe ist aber durch aktuelle Studien insbesondere für die mRNA-Impfungen belegt.

Kann es nicht passieren, dass die Antikörper auch andere Eiweiße zertören?

Proteine sind mehrheitlich, sehr komplexe und große Strukturen, die aus extrem vielen, einzelnen Aminosäuren bestehen. Wenn sich einzelne Aminosäuren in unterschiedlichen Eiweißen gleichen, ist das kein Grund anzunehmen, dass damit Antikörper, die auf das eine Eiweiß wirken auch das andere Eiweiß wirken. Das gilt auch für das erwähnte Syncitin-Eiweiß. Das menschliche Immunsystem arbeitet so, dass Antikörper gegen körpereigene Eiweiße mit großer Wahrscheinlichkeit verhindert werden.

Wie sinnvoll ist eine Impfung überhaupt?

Angesichts der sehr hohen Wahrscheinlichkeit von alten Menschen, an einer Coronainfektion zu sterben, ist es gerade für diese Altersgruppe sehr sinnvoll, sich impfen zu lassen.

Wie kann man die Wirksamkeit der Impfstoffe überhaupt zuverlässig nachweisen?

Die Wirksamkeit von Impfungen wird in großen Studien belegt. In Regionen, in denen das Virus aktuell wütet, werden Menschen geimpft. Dazu gibt es eine Vergleichsgruppe. Diese bekommt aber nur ein Placebo gespritzt. Dann wird in einem festgelegten Zeitraum geprüft, ob sich in der geimpften Gruppe, ähnlich viele Menschen mit dem Virus infizieren wie in der Placebogruppe. Stecken sich viele Menschen in der Placebogruppe an aber keine oder nur einzelne in der Impfgruppe, dann kann man damit die Wirksamkeit der Impfung bestätigen.

Ist die Impfung auch gegen mutierte Coronaviren, wie sie aktuell bereits auftreten, wirksam?

Es hängt von der Mutation ab, ob die bislang verfügbaren Impfstoffe auch gegen neue Varianten des Coronavirus wirken. Für die gegenwärtig bekannten Versionen deutet alles darauf hin, dass die aktuellen Impfstoffe, gegen alle Varianten wirksam sind.

Werden Auffrischungsimpfungen notwendig sein?

Die Frage nach eventuell notwendigen Auffrisch-Impfungen kann aktuell noch nicht abschließend beantwortet werden.

Mein persönliches Fazit – kurz und knapp…

Ich hoffe, ich konnte auf viele Fragen eine Anwort für euch finden. Sollten noch Sachen offen sein, so schreibt es gern in die Kommentare oder schickt mir eine Mail.

Wenn ich an der Reihe bin, werde ich mich auf jeden Fall impfen lassen und empfehle das gern auch meinen Mitmenschen. Der Impfstoff ist im Moment der schnellste und sicherste Weg, wie wir alle wieder zurück zu einem normalen Leben finden können. Genau so, wie wir es gewohnt sind oder auch mit der ein oder anderen positiven Veränderung.

Passen Sie bis dahin auf sich auf und bleiben Sie gesund.


Hier noch eine schöne Übersicht bzw. FAQ der Grünen Bundestagsfraktion über die aktuellen Entwicklungs- und Zulassungsstände der verschiedenen Impfstoffe, sowie vielen Fragen rund um das Thema impfen.